Hirsutismus – eine Krankheit, die auch Mädchen und Frauen betrifft
Hinter dem medizinischen Fachbegriff Hirsutismus verbirgt sich eine Erkrankung, unter der die Betroffenen weniger körperlich als vielmehr psychisch leiden. Und zwar versteht man unter Hirsutismus den starken Haarwuchs an bestimmten Körperregionen wie zum Beispiel im Gesicht, auf dem Rücken, der Brust und auf den Beinen. In den allermeisten Fällen wird diese besondere Form des Haarwuchses von einer Generation auf die nächste vererbt. Es kann sowohl Jungen als auch Männer treffen sowie Mädchen und Frauen. Da Männer von Natur aus eine stärkere Körperbehaarung und Bartwuchs haben, trifft sie der Hirsutismus nicht ganz so schlimm wie die jungen Mädchen, die aufgrund von übermäßiger Gesichts- und Körperbehaarung oft psychische Qualen durchleiden. Grundsätzlich kommt die Erkrankung bei Südländerinnen häufiger vor als bei Frauen aus dem Norden. Neben der genetischen Veranlagung kann aber auch eine Fehlfunktion der Eierstöcke der Grund für den Haarwuchs sein. In diesen Fällen liegen die Ursachen im Hormonhaushalt. Der Körper produziert zu viele männliche Hormone, die wiederum das Haarwachstum an den für Frauen eigentlich untypischen Stellen, verursachen. Gleich welche Ursache die Erkrankung hat, ist Hirsutismus bei Mädchen und Frauen immer eine schlimme Diagnose für die Betroffenen. Wenn eine Hormonbehandlung keine Erfolge erzielt, helfen nur andauernde kosmetische Anwendungen wie Rasuren oder andere Formen der Haarentfernung. Hirsutismus ist übrigens keine Erkrankung unserer Zeit. Schon die mexikanische Malerin Frida Kahlo, deren Schaffenszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag, war davon betroffen. In ihren Werken, darunter viele Selbstportraits, setzte sie sich mit ihrer Krankheit auseinander. In der Art und Weise des Umgangs und der offenen Kommunikation nach Außen wird die mutige Malerin bis heute bewundert und nimmt eine Art Vorbildfunktion für alle Betroffenen an.