Elektroakupunktur – eine Methode aus der Naturheilkunde
In unseren Breitengeraden verfügt die klassische Akupunktur mittlerweile über einen hohen Bekanntheitsgrad. Was vor wenigen Jahren noch als exotisches Heilmittel aus China galt, ist heute von vielen Krankenkassen als medizinisches Heilverfahren anerkannt. Die Erfolge der kleinen Nadeleinstiche bei verschiedenen Krankheitsbildern sind unumstritten. Etwas anders sieht das bei der Elektroakupunktur aus. Dieses Verfahren, das in einer speziellen Variante unter dem Namen EAV auf einen deutschen Arzt namens Reinhold Voll zurückgeht, ist noch nicht so bekannt wie die klassische chinesische Medizin. Dabei ist Elektroakupunktur eine Mischung aus den fernöstlichen Therapieansätzen und den modernen elektromedizinischen Verfahren. Dabei spielt im Wesentlichen der messbare Hautwiderstand ausgehend von einem Bezugsgegenstand eine Rolle, der mittels entsprechender Elektroden gemessen werden kann. Anstelle der klassischen Nadeln halten Patienten bei der Elektroakupunktur Handelektroden fest oder bekommen einen anderen leitenden Gegenstand am Körper befestigt. Von da aus gibt es auch eine Verbindung zum Messgerät, auf dem der Hautwiderstand in der Maßeinheit Ohm angezeigt wird. Roll hat entsprechende Werte definiert: so steht Null für einen höchstmöglichen Hautwiderstand und 50 für einen niedrigen. Diese Wertung ermöglicht dem Therapeuten dann Rückschlüsse auf Störungen im Körper des Patienten. Viele medizinische Wissenschaftler halten die Elektroakupunktur für ein wirkungsloses Diagnoseinstrument. Der Hautwiderstand hänge von zahlreichen Faktoren ab, die die Elektroakupunktur nicht berücksichtige. Dennoch wird das Verfahren in zahlreichen Naturheil-Praxen sowie der Homöopathie angewendet. Die Kosten, die in diesem Rahmen anfallen werden aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen. Patienten sollten sich am besten selbst ein Bild von der Methode machen und selbst entscheiden, ob dies für sie geeignet ist.